Ich möchte nicht sagen, dass ich total unzufrieden mit meiner bisherigen Selbstständigkeit war, doch es fehlte mir etwas. Es fehlte mir der Sinn und die Leidenschaft meiner Arbeit. Denn ich stellte mir zwischen 2014-2016 sehr oft die Frage, warum ich tue, was ich tue und wußte keine Antwort darauf.

Und diese sinnerfüllte Selbstständigkeit habe ich Mitte 2016 für mich entdeckt.

Zum Start meiner Selbstständigkeit ging es mir ausschließlich darum mit meinem Know-how Geld zu verdienen. Das ist ja auch nichts verwerfliches, denn ohne Einkommen können wir unser Leben nicht finanzieren. Doch wie will man eine Dienstleistung verkaufen, wenn man nicht dahinter steht?

Das erste Jahr meiner Selbstständigkeit habe ich damit verbracht, auf unterschiedlichen Hochzeiten zu tanzen und Geld zu verdienen. Dadurch konnte ich zwar unglaublich viel Know-how aufbauen und einen guten Umsatz generieren, doch für mich war das ein unglaublicher Kraftakt.

Im zweiten Jahr hatte ich dann das Problem, dass ich viele Akquise Gespräche hatte doch kaum eine Umwandlung. Das Geschäft lief also bescheiden. Der Grund war, dass ich mich zu sehr auf das „Geld verdienen“ fokussiert hatte und nicht auf eine Geschäftsidee und -modell, die die Leidenschaft und die Grundmotive letztendlich beinhaltet.

Im dritten Jahr lief meine Selbstständigkeit wirklich klasse. Das war, weil ich in der Region einen Online-Stammtisch ins Leben gerufen hatte. Die Menschen trafen sich an einem bestimmten Ort und es gab hochwertige Impulsvorträge. Dadurch konnte ich einen Kooperationspartner und neue Kunden gewinnen.

Doch ich fragte mich immer nach dem Sinn meiner Arbeit und meines Lebens. Ich freute mich zwar über die Aufträge und über den Umsatz, doch die Sinnhaftigkeit fehlte. Immer wieder versuchte ich eine Vision und Ziele zu formulieren, doch ich scheiterte.

Ich lies meine Unterlagen und BWL-Bücher aus meinem Studium, denn dort war die Thematik ja erklärt. Doch es fiel mir unglaublich schwer eine Vision zu formulieren. Natürlich hätte ich einen Satz formulieren können, irgendeinen, doch das hätte mich ja nicht weiter gebracht.

Ich las sehr viele Bücher über die Visionsbildung, Glaubenssätze und über die Persönlichkeitsentwicklung und endlich kam ich meinem Business Schritt für Schritt näher. Ich definierte meine ersten Ziele in allen Lebensbereichen. Diese Ziele habe ich für mich priorisiert und die wichtigsten Ziele als Meilensteine definiert.

Mit diesem Schritt habe ich den Denkprozess angestoßen und das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn durch die Definition der Ziele wurde das Bild meiner Vision immer deutlicher. Um eine Vision zu formulieren nutzte ich für mich die Zeitreise in die Zukunft. Eine von vier Methoden:

  1. Zeitreise in die Zukunft. Wie soll deine Zukunft aussehen? Schreibe auf wie dein Traumleben aussehen soll, wie sehen die Tage und Wochen aus.
  2. Zeitreise in die Vergangenheit als du ein Kind/Jugendliche warst und schreibe auf, welche Träume du damals hattest.
  3. Erstelle ein Vision-Board: aus Zeitschriften Bilder, Geschichten, Überschriften, Wörter ausschneiden, die dich positiv emotional ergreifen klebe diese auf ein Board.
  4. Schreibe deine Grabrede oder eine Rede zu deinem 90 Geburtstag für deine Kinder.

Während des gesamten Prozesses las ich viel über Glaubenssätze und wie diese unser Verhalten beeinflussen. Ich definierte meine zwei hemmensten Glaubenssätze und veränderte diese. Ab dem Zeitpunkt der Veränderung der Denkweise, entdeckte ich andere Entwicklungschancen und Potentiale für mich.

Ein weiterer Punkt  während dem Aufbau von MOMCOACH war das Selbstbewusstsein. Ich war felsenfest überzeugt, dass ich ein gutes Selbstbewusstsein hätte. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Denn ich machte mich häufig sehr klein und erkannte meine Erfolge nicht. Seit ich mir nun täglich dieselben Fragen stelle und diese in meinem Erfolgstagebuch beantworte, stärke ich mein Selbstbewusstsein außerordentlich.

Neben dem Erfolgstagebuch habe ich zudem die Meditation für mich entdeckt, die mir hilft fokussierter und konzentrierter zu arbeiten. Die Meditation hilft mir außerdem achtsamer und sorgsamer mit mir umzugehen.

Am Ende galt es noch meine Geschäftsidee und -modell zu erarbeiten, um dann mit meiner Selbstständigkeit endlich durchzustarten.

Und nun nochmals zur Eingangsfrage zurückzukommen. Die Leidenschaft und das Warum spielt als selbstständige eine große Rolle und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden.