Gestern Abend hat eine Mutter in einer Gruppe gefragt, wie sie die richtige Entscheidung zur Selbstständigkeit treffen könne. Solle sie weiterhin Teilzeit arbeiten und nebenher ihr kleines Business aufbauen oder solle sie bei ihrer Arbeit aufstocken und schauen, was dann passiert? Du siehst, es geht um die Entscheidung „Selbstständigkeit“ und die ist wirklich nicht leicht. Egal, ob man sich aus der Not heraus selbstständig macht, oder nicht.

Diese „selbstständige Mutter in Teilzeit“ ist in einer schönen Lage, denn sie hat Verdienste aus zwei Einnahmequellen. Das ist bei Müttern, die sich aus der Not heraus selbstständig machen müssen, etwas problematischer. Sie stellt sich im Moment die Frage, wie es in ihrem Leben, explizit in ihrem beruflichen Leben, weitergehen und wie sie sich entscheiden soll. Auf ihren Beitrag antworteten einige Gruppenmitglieder ungefähr in folgendem Wortlaut:

    • Wenn es sich gut anfühlt, dann mach es. Triff eine Entscheidung, die du heute zu 100% tragen kannst. Du weißt eh nicht, was in 10 Jahren ist!
    • Man weiß ja nicht mal, was in einem Jahr ist! Also mach das, was dich glücklich macht!
    • Sich nicht zu entscheiden, ist auch eine Entscheidung.

Vor mehr als einem Jahr hätte ich ähnlich geantwortet! Heute denke ich anders darüber. Denn jede Mutter, die sich selbstständig macht, sollte sich mit sich selbst und unbedingt mit ihren Zielen beschäftigen (unter anderem).

Meine Antwort auf die Entscheidungsfrage, die ich vorformulierte, da die Frage, wie ich finde, nicht leicht zu beantworten ist, fiel wie folgt aus:

Liebe Elma (Name geändert), in deinem Fall ist es eine Entscheidung, die Folgen haben wird und du wägst im Moment gedanklich das Pro und das Kontra ab. Des Weiteren nehme ich an, halten dich Gedanken (Glaubenssätze) davon ab, den entscheidenden Schritt zu wagen. Beispielsweise könnten das Gedanken sein, wie: „In meinem Teilzeitjob habe ich eine sichere Anstellung, verdiene monatlich meine X Euro und wir kommen gut über die Runden. Wenn ich mich selbstständig mache, dann habe ich kein monatliches sicheres Einkommen mehr!“ Nimm folgenden Satzanfang „Wenn ich selbstständig bin, dann…” und vervollständige diesen mit deinen Gedanken.

Schreib alle Gedanken/Sätze auf, die dich im Moment davon abhalten, den Schritt zu wagen. Dann schreib die Sätze auf, die dich anspornen, die Selbstständigkeit voranzutreiben. Nimm zwei deiner hemmenden Glaubenssätze und frag dich, was an den Sätzen bescheuert ist, welchen emotionalen Schaden sie bei dir verursachen, welchen zwischenmenschlichen und körperlichen Schaden die Sätze verursachen, welchen finanziellen Schaden und welchen Schaden diese zwei Glaubenssätze bei den Menschen in deiner unmittelbaren Umgebung verursachen. (Diesen Absatz habe ich wieder gelöscht, da ich sie nicht überfordern wollte!)

Meine Antwort auf die Frage: “Entscheidung Selbstständigkeit: Wie treffe ich die richtige Entscheidung?”

Ich bin auf die Ziele eingegangen, damit ein Prozess bei ihr angestoßen wird, der ihr die Entscheidung erleichtern soll.

Liebe Elma (Name geändert), ich empfehle dir, deine Ziele, Wünsche und Träume zu formulieren. Überleg nicht, ob du diese umgesetzt bekommst, sondern schreib alle deine Ziele auf, die dir in den Sinn kommen. Egal, wie abgefahren das für dich klingen mag. Beispielsweise: „Ich möchte im Jahr 2018 x Euro verdienen!“, „Ich möchte Experte in x werden!“, „Ich möchte ein kleines Häuschen in x besitzen!“, Ich möchte den Himalaya bereisen!“, „Ich würde gerne das Rauchen aufhören!“, „Ich würde gerne gelassener werden!“, „Ich würde gerne eine Weiterbildung in x machen!“ uvm.

Konzentrier dich nicht nur auf einen Lebensbereich, z.B. die Arbeit, sondern auf folgende Lebensbereiche: Familie/Kinder/Partnerschaft, Lernziele/Persönlichkeitsentwicklung, Gesundheit (Wohlbefinden)/ Freude und Emotionen, gesellschaftliche Verantwortung, Freunde und Netzwerk, Ziele als selbstständige Mutter/Solopreneur/Mompreneur und Businessziele sowie finanzielle und materielle Ziele (Luxusziele). Warum alle Lebensbereiche? Damit du alle deine Lebensbereiche im Blickfeld hast und ausgleichst. Mehr dazu in einem anderen Blogbeitrag!

Fang an, deine Ziele aufzuschreiben, jeden Tag! Dann sortierst du diese Ziele in die einzelnen Lebensbereiche ein. Danach gibst du jedem Ziel einen Zeitraum, bis wann du das Ziel erreichen möchtest, beispielsweise in 1, 2, 5, 10 Jahren. Nachdem du den Zeitrahmen bestimmt hast, nimmst du aus jedem Bereich das für dich wichtigste Jahresziel. Frag dich: “Was hält mich davon ab, dieses Ziel zu erreichen?” Zuvor jedoch stell dir dieses Ziel vor! Wie fühlt es sich an? Schreib alle positiven Emotionen und die Vorteile auf, wenn du dieses Ziel erreichen würdest. Beispiele könnten sein: “Ich wäre stolz auf mich!”, “Wir könnten uns ein Haus in xy leisten!”, “Wir wären unabhängiger!” Dann frag dich, „Was wäre, wenn ich dieses Ziel nicht erreichen würde?“ Schreib dies ebenfalls auf ein Blatt! Die Antwort könnte sein: „Die Situation würde sich nicht ändern!“, „Das Leben wäre langweilig und ich müßte weiterhin dieselbe Arbeit tun!“, „Mein Traum xy würde nicht in Erfüllung gehen.“ Frag dich, was wäre, wenn du es nicht versuchen oder scheitern würdest. Und diese Antworten sind nun sehr wichtig! Hinterfrag das Geschriebene. Sind es wichtige Gründe? Sind sie dir wichtig genug, um gleich damit anzufangen, das Ziel umzusetzen? Nein? Dann such dir ein anderes Ziel! Ja? Dann fang damit an, aufzuschreiben, was die Schritte sind, um diese Ziele zu erreichen. Häng das Geschriebene sichtbar auf und schau es dir jeden Tag an!

Wenn du deine Ziele, Wünsche und Träume kennst, dann triffst du für dich die richtigen Entscheidungen!

Meine Gedanken noch bis vor über einem Jahr waren, dass ich ja eh nicht weiß, wie es in einem oder in 10 Jahren aussieht, und dass es das Leben schon irgendwie richten wird. Ich ging meiner Arbeit nach und lies mich leiten.

Doch heute bin ich anderer Ansicht. Durch das Lesen zahlreicher Bücher und durch mein Selbstcoaching habe ich mich verändert. Ich bestimme, wo es langgeht! Ich bestimme, welche Ziele ich habe und ich definiere, wie ich diese erreiche! Ich mache mir meine Ziele, meine Wünsche und meine Träume bewusst. Und das muss ich auch, denn ich bin eine selbstständige Mutter, die nicht einfach in den Tag hineinleben kann. Ich habe eine Verantwortung – mir, meinem Mann und meinen Töchtern gegenüber!

Doch ein weiterer wichtiger Grund ist, wenn du (unter anderem, das sage ich bewusst, denn es gehört noch mehr dazu) deine Ziele kennst, triffst du leichter und vor allen Dingen die richtigen Entscheidungen. Deine Ziele geben dir die Selbstsicherheit, die du dazu benötigst, eine selbstständige Mutter zu sein und dein Business auf- und auszubauen.

Wie denkst du darüber? Hast du Ziele formuliert? Hast du deine Ziele auch hinterfragt? Ich freue mich über deine Antwort!